BeWo Ruhr: Ambulant Betreutes Wohnen

Ambulant Betreutes Wohnen

BeWo Ruhr: Ambulant Betreutes Wohnen

Selbständig, aber nicht allein: BeWoRuhr unterstützt Erwachsene mit einer Sucht, psychischen Erkrankung oder geistigen Behinderung bei Erhalt oder Rückkehr in eine eigene Wohnung. Dies ist eine wichtige Basis für eine aktive, selbstbestimmte Lebensgestaltung.

Wie die Unterstützung in Ihrem Fall konkret aussieht, erarbeiten wir zu Beginn unserer Zusammenarbeit gemeinsam in einem Hilfeplan, der Ihren Hilfebedarf in folgenden fünf Lebensbereichen beschreibt.

Wohnen

BeWoRuhr begleitet Menschen mit psychischen Erkrankungen, geistigen Behinderungen und Suchterkrankungen in ihrem Alltag. Wir bieten Unterstützung an, damit Sie Ihre eigene Wohnung und Ihr soziales Umfeld erhalten, bzw. nach einer Lebenskrise oder Erkrankung wieder dorthin zurück kehren können. Dabei orientieren wir uns an Ihrem Alltag und Ihren Wünschen.

Oft ist es anleitende und motivierende Unterstützung, die beispielsweise helfen kann, die eigene Wohnung in einem sauberen und ordentlichen Zustand zu halten. Manchmal wird auch eine Begleitung zu Ämtern und Behörden oder eine Anleitung und Beratung benötigt, um die eigene Post bearbeiten und mit einer Flut verschiedener Formulare umgehen zu können.

Die Unterstützung im Rahmen des Ambulant Betreuten Wohnen, die eine Form der Sozialhilfe (§55 SGB IX und §§53,54ff SGB XII) ist, muss beim Landschaftsverband Rheinland beantragt werden. Selbstverständlich unterstützen wir Sie auch dabei.

Tagesstruktur

Nicht selten geht eine schwere Erkrankung mit dem Verlust von Struktur in vieler Hinsicht einher. Vielen Menschen, die unter einer psychischen Erkrankung, einer Suchterkrankung oder einer geistigen Behinderung leiden, fehlt es an routinierten, Sicherheit verleihenden Abläufen in ihrem Alltag.

Ein Hauptaugenmerk unserer Arbeit liegt daher bei der Alltagsstrukturierung.

Wir unterstützen Sie dabei, einen gesunden Tag-Nacht-Rhythmus zu entwickeln, sinnvolle Abläufe zu erarbeiten und bei einer möglichen beruflichen Tätigkeit alle anderen anstehenden Aufgaben auch noch sinnvoll in den Tagesablauf zu integrieren.

Soziale Beziehungen

Eine psychische oder körperliche Behinderung kann sehr kräftezehrend sein. Nach einer langen Phase des Rückzugs und der Konzentration auf sich selbst fällt es unserer Klientel oft nicht leicht, wieder Kontakt zu anderen Menschen aufzunehmen. Sie fragen sich:

  • Wie wirke ich auf andere?
  • Wie kann ich "nein" sagen, ohne andere zu verletzen?
  • Wie baue ich Kontakt zu Menschen auf, die mich interessieren?

Ein funktionierendes soziales Umfeld ist wichtig, um selbständig und selbstbestimmt leben zu können. Wir beraten und unterstützen unsere Klientel dabei, Freundschaften, Nachbarschaften oder die Beziehung zur Familie zu pflegen und langfristig auf eine gute Basis zu stellen. Dazu können auch die regelmäßigen Hobby- und Gruppenangebote von BeWo Ruhr beitragen.

Da manche Gruppenangebote auch in den Räumen anderer Einrichtungen stattfinden, bieten sie zudem die Möglichkeiten, Kontakte zu Personen außerhalb von BeWoRuhr zu knüpfen. Dieser Punkt soll dazu dienen, dass keine Abhängigkeiten von unseren Gruppenangeboten entstehen.

Denn die Gruppenangebote von BeWoRuhr sind immer nur als Sprungbrett in ein selbstbestimmtes Freizeitverhalten gedacht und ordnen sich in diesem Sinne den Zielen der individuellen Hilfeplanung unter.

Freizeit

Die eigene freie Zeit als etwas zu erleben, was mir selbst gut tut, Zeiten, in denen ich entspannen oder bewusst Hobbies nachgehen kann, das ist etwas, was vielen Menschen mit psychischen Erkrankungen verloren geht.

Wir möchten Sie darin unterstützen, aktiv Freizeitbeschäftigungen nachzugehen, Entspannungstechniken zu lernen und sich gerade auch durch die Teilnahme an Gruppenaktivi-täten als Teil einer Gemeinschaft zu fühlen.

Diesem Ziel sollen auch unsere verschiedenen Gruppenangebote, wie gemeinsames Kochen, Kegeln oder Theater spielen dienen. Sie bieten einen Rahmen, in denen verschiedene alltagspraktische Kompetenzen auf kreative Weise wieder neu oder vielleicht zum ersten Mal erlernt werden können. Dabei kann es um kreative Ausdrucksformen und konstruktive Problemlösungen gehen, aber auch das Einhalten von Regeln und Aushalten von Konflikten.

Gesundheit

Der fünfte Bereich dreht sich rund um die Sorge für die eigene Gesundheit.

Für Menschen, die unter einer psychischen Erkrankung, einer Suchterkrankung oder einer geistigen Behinderung leiden, ist es wichtig, dass sie sich in guter fachärztlicher Behandlung befinden. Oft fällt es den Betroffenen aber schwer, die Motivation aufzubringen, Termine selbst zu koordinieren und auch wahrzunehmen. Manchmal sind es auch massive Ängste, die sie darin behindern, den Weg zum Arzt überhaupt anzutreten.

Über Motivation, Begleitung, Hilfe bei der Koordination, Übersetzung und Transfer des im ärztlichen Gespräch Thematisierten in den Allag unterstützen wir Sie, damit eine gute fachärztliche Behandlung gewährleistet und ggf. eine medikamentöse Versorgung gesichert werden kann.